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Lernen in der Sekundarstufe

Jede Schülerin und jeder Schüler soll in seiner Geschwindigkeit und auf seinem Niveau arbeiten können. Um dies zu gewährleisten benötigt man eine vorbereitete Lernwelt aus Kompetenzrastern, Lernwegelisten, Lernjobs und Lernprojekten, die verschiedene Schwierigkeitsgrade bereithalten. Die Lernenden gestalten ihren persönlichen Arbeitsplatz im sogenannten Lernatelier. Lernbegleiter unterstützen die Schülerinnen und Schüler in deren Lernprozess. Die Coaches behalten die Persönlichkeitsenwicklung der Jugendlichen im Auge.

Die Gesamtheit aller notwendigen Maßnahmen nennen wir "Lernlandschaft"

ein Blick ins Lernatelier ...

Was bedeutet was?


Kompetenzraster
Ein Kompetenzraster ist eine Übersichtstabelle, die alle Kompetenzen enthält, die ein Schüler/eine Schülerin sich erarbeiten könnte. Für jedes Fach und jede Jahrgangsstufe existiert ein eigenes Kompetenzraster (z.B. Mathematik Stufe 5).
Lernwegeliste
In einer Lernwegeliste sind alle Teilkompetenzen aufgeführt, die zu einem Feld eines Kompetenzrasters gehören.
Lernjob
Ein Lernjob ist eine Sammlung von Aufgaben, mit deren Hilfe der Schüler / die Schülerin individuell die geforderten Kompetenzgewinn erwirbt. Lernjobs kommen überwiegen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch zum Einsatz.
Modulprojekt
Im Rahmen von Modulprojekten (8 bis 10 vorbereitete Module pro Projekt) erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Inhalte der naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftichen Fächer. Sie lernen kooperativ.
Niveau (G, M, E)
In jedem Feld eines Kompetenzrasters wird eine Kompetenz beschrieben ("Ich kann..."). Für diese Kompetenz existieren sogenannte "Niveaukonkretisierungen" (G, M, E) mit denen die jeweilige inhaltliche Tiefe beschrieben wird.
G = grundlegendes Niveau
M = mittleres Niveau
E = erweitertes Niveau
Lernatelier
In einem Lernatelier gestalten die Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Arbeitsplätze mit individueller Arbeitsfläche, Ablage und Regal. An einem "Input"-Tisch erhalten die Kinder bedarfsgerechte Erklärungen (Inputs). Zwei Desktop-PCs und ein Drucker ermöglichen den Ausdruck der Lernjobs direkt im Lernatelier. Laptops und Beamer runden das Mediensetting ab. Übersichtsplakate visualisieren den Lernstand der Schülerinnen und Schüler.
Lernbegleiter
Der Lernbegleiter entspricht am ehesten dem Fachlehrer. Er ist für den Kompetenzerwerb des Schülers mit verantwortlich. Er gestaltet fachgerechte Inputs, führt Lern- und Kompetenzchecks durch und sorgt für die Einhaltung der Flüsteratmosphäre im Lernatelier.
Lerngruppenleiter
Der Lerngruppenleiter ist für alle organisatorischen Fragen seiner Lerngruppe zuständig. Er begleitet die Lerngruppe außerdem beim obligatorischen Klassenrat am Freitag. Im Anschluss an den Klassenrat gestaltet er mit allen Schülern seiner Lerngruppe die Planungsrunde mit dem Lerntagebuch.
Coach
Jedem Schüler ist eine Lehrer der Hardtschule als Coach zugeordnet. Coach und Schüler treffen sich regelmäßig zu Gesprächen auf gleicher Augenhöhe. Dabei besprechen sie Themen, die für den Schüler relevant sind.

Lernen in eigener Geschwindigkeit

Lernen in eigener Geschwindigkeit bedeutet, dass ein Schüler bzw. eine Schülerin sich genau die Zeit nehmen kann, die er oder sie braucht um die Inhalte wirklich zu begreifen. Schnellere Schüler haben die Möglichkeit weiter zu gehen, ohne warten zu müssen. Langsamere können nachfragen, wiederholen und üben. Auf diese Weise muss kein Schüler eine Klasse überspringen oder wiederholen.

So funktioniert der Lernprozess...

Individuelles und kooperatives Lernen in eigener Geschwindigkeit und auf eigenem Niveau

Planung

Die Schüler planen ihre Lernschritte mit Hilfe des Lerntagebuches.

PLANUNG

Alles, was in der Folgewoche erledigt werden kann, wird in eine Liste (Backlog) eingetragen. Der Schüler lernt zunehmend realistisch zu planen und Verantwortung für seinen Lernprozess übernehmen.

ABSTIMMUNG

Der Schüler stimmt seine Planung mit dem Lerngruppenleiter ab. Im persönlichen Gespräch gleichen Lerngruppenleiter und Schüler die Planung mit der Wirklichkeit ab und reflektieren die Lernentwicklung.

DURCHFÜHRUNG

Im Laufe der Woche erledigt der Schüler die geplanten Aufgaben. Er hakt regelmäßig ab, was erledigt ist. Auf diese Weise hat der Schüler jederzeit einen Überblick über die Aufgaben, die noch vor ihm liegen.

CHECK

Am Ende der Woche überprüft der Schüler zusammen mit dem Lerngruppenleiter, welche Aufgaben erledigt sind. Er plant die nächste Woche und stimmt seine Planung mit dem Lerngruppenleiter ab.

Durchführung

Alle Schritte der Durchführung (Ausdruck von Lernjobs, Rückmeldung von Lernjobs, Lernchecks, Kompetenzchecks) werden durch das Online-Programm "LEARNscape" unterstützt.
In der Regel befinden sich in einem Kompetenzfeld mehrere Lernjobs. Die Schüler arbeiten an den Jobs oder Modulen, die sie mit Hilfe des Lerntagebuches geplant hatten. Je nach Einstufung arbeiten sie im grundlegenden, mittleren oder erweiterten Niveau (G, M, E). Ist ein Lernjob fertig bearbeitet, wird er zum "Lerncheck" angemeldet.
Im sog. Lerncheck überprüft der Lernbegleiter gemeinsam mit dem Schüler oder der Schülerin ob die Bearbeitungsqualität in Ordnung ist und ob der erforderliche Kompetenzgewinn vorhanden ist. Lernbegleiter und Schüler gleichen ihre Wahrnehmungen bezüglich der Selbst- und Fremdeinschätzung (++, +, o, -) ab. Der Lernbegleiter zeichnet den Lernjob ab und dokumentiert das Ergebnis in der digitalen Lernplattform.

Sind alle erforderlichen Lernjobs des Kompetenzfeldes erledigt, meldet sich der Schüler zum Kompetenzcheck um die geforderte Kompetenz auf einem bestimmten Niveau (G, M, E) nachzuweisen. Das Ergebnis des Kompetenzchecks wird in "LEARNscape" dokumentiert und den Eltern als schriftliches Protokoll zur Kenntnis gegeben.

Ein Kompetenzcheck kann vielfältige Formen haben:
  • Präsentation
  • Kolloquium
  • Standardisierter Test
  • Plakat
  • etc.

Leistung messen oder Lernentwicklung dokumentieren ?

In der Schule geht es um Leistung - das muss allen Beteiligten klar sein. 
Was allerdings ist Leistung ? Wie entsteht sie ? Was fördert oder verhindert sie ?

Es hilft nicht, immer wieder zu hören, was man nicht kann. Es hilft auch nicht, für seine Leistung mit Ziffernnoten bewertet zu werden - zumal, wenn man nicht mindestens "sehr gut" oder "gut" hat. Wir alle können mit wertenden Urteilen über uns selbst nicht gut umgehen. 

Weg vom "bewerten" hin zum "beurteilen"

Ein Satz, wie "du kannst schon ... aber noch nicht ..." beurteilt einen Lernprozess ohne Wertung. Kinder können solche Sätze annehmen. Sie erkennen, was sie schon können und erfahren, wohin sie sich noch entwickeln können. 

Auf diese Weise entsteht im fortwährenden Dialog eine Perspektive für die eigene Lernentwicklung und letztlich "Lust an der eigenen Leistung".